The Mental Load Shift im Unternehmen: unser Pilot mit Merz Lifecare
Am 21. Oktober ist eine Gruppe von Mitarbeitenden bei Merz Lifecare in The Mental Load Shift gestartet. Zum ersten Mal läuft unser Programm in einem Unternehmen.
Wie es zu Merz Lifecare kam
Jessica Sommer, Leiterin Personal bei Merz Lifecare, hat die Idee zu CEO Xenia Barth gebracht. Merz Lifecare hat das Programm daraufhin der gesamten Belegschaft vorgestellt, und Xenia hat auf LinkedIn darüber geschrieben. Ihr Post beginnt so:
Es gibt eine Belastung, die kein Organigramm abbildet, kein Kalender erfasst und kaum jemand laut ausspricht.
Und einige Zeilen weiter:
Er hinterlässt keinen Eintrag im System, steht in keiner Zeile in der Stellenbeschreibung. Aber er kostet konstant Kapazität.
Der Post hat weit über Merz Lifecare hinaus Kreise gezogen. Viele haben sich wiedererkannt, und viele haben gefragt, wie ihr eigener Arbeitgeber helfen könnte. Xenia hat auch beschrieben, wer sich zuerst angemeldet hat:
Unser Programm richtet sich an unsere gesamte Belegschaft. Die Anmeldungen zu unserem Piloten kommen allerdings überwiegend von Frauen. Das überrascht mich nicht. Aber es zeigt genau, warum wir dieses Programm brauchen.
Zitate aus dem LinkedIn-Post von Xenia Barth.
Was The Mental Load Shift ist
The Mental Load Shift ist ein 120-Tage-Programm, das Rosa Di Donna, Gründerin von familymind, gemeinsam mit Coach Andrea Böckle von Work Futurists entwickelt hat. Es geht nicht darum, dass sich Einzelne besser organisieren. Es geht darum, Verantwortung zu Hause sichtbar zu machen und neu zu verteilen.
Das Programm hat drei Phasen: die Erwartungen benennen, die niemand ausspricht, die Last fairer verteilen und daraus neue Routinen machen, die bleiben. Die Teilnehmenden treffen sich zu begleiteten Check-ins, der erste fand direkt zum Start statt. Zwischen den Terminen trägt die familymind-App die Arbeit in den Familienalltag: ein gemeinsamer Kalender, Assistenten für die Wochenplanung und Even, das zeigt, wer was trägt. Der Mental-Load-Test gibt allen einen Ausgangspunkt, den sie mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin vergleichen können.
Der Pilot steht allen Mitarbeitenden mit Care-Verantwortung offen, unabhängig von Geschlecht, Rolle oder Familienmodell. Er läuft bis März 2027.
Woran wir merken, ob es wirkt
Die Teilnehmenden beantworten zu Beginn, zur Halbzeit und am Ende kurze anonyme Fragebögen. Was wir daraus lernen, teilen wir im Frühjahr 2027 gemeinsam mit Merz Lifecare, ausschließlich als zusammengefasste Ergebnisse.
Warum uns das wichtig ist
Mental Load bleibt nicht zu Hause, wenn jemand zur Arbeit geht. Er sitzt mit in Meetings, im Kalender und in der Energie, die Menschen in ihren Job mitbringen. Arbeitgeber sind Teil des Systems, in dem Familien leben. Wenn ein Unternehmen wie Merz Lifecare das Thema offen aufgreift, verändert das, worüber Mitarbeitende sprechen dürfen.
„Xenias Post hat gezeigt, wie viele Menschen das allein tragen“, sagt Rosa Di Donna. „Bemerkenswert finde ich, dass Merz Lifecare nicht beim Gespräch stehen geblieben ist. Sie geben ihren Leuten Zeit und eine Struktur, um zu Hause etwas zu verändern.“
Wir danken Xenia Barth, Jessica Sommer und dem Team von Merz Lifecare für ihr Vertrauen, und allen, die mit uns gestartet sind.
